Podcast-Problematiken
Einleitung
Die letzten sechs Jahren zeigten einen rasanten Anstieg der Anzahl deutschsprachiger Podcasts. Die Podcast-Landschaft erscheint vielfältig, zeitgleich aber auch provinziell. Podcasting ist eine Subkulturtechnik. Gerade in den letzten Monaten wurde, angetrieben durch verschiedene Podcasts und Personen 1, zunehmend eine Diskussion um die Entwicklungs- und Zukunftspotenziale der Podcasts angestoßen. Dieser Text soll ein kleiner Beitrag und Denkanstoß zu dieser Diskussion sein.
Prämissen
Zunächst möchte ich an dieser Stelle eine Reihe von Prämissen aufstellen (mit denen sicherlich nicht alle Podcast-Macher und Hörer einverstanden sind,) die aber ein Fundament für die Identifizierung verschiedener Problematiken sein sollen.
Prämisse 1:
Podcasts sind Medieninhalte, die abonnierbar sind und über das Internet distribuiert werden.
Prämisse 2:
Diese Medieninhalte sind Audio oder Video.
Prämisse 3:
Diese Medieninhalte werden mittels eines RSS-Feeds, der zusätzliche Metadaten (Shownotes etc.) anbieten kann, abonniert.
Problematiken
Die genannten Probleme sind in einer vermeintlich logischen Reihenfolge präsentiert. Zudem sollte angemerkt werden, dass nicht alle genannten Probleme einen universalen Charakter besitzen 2. Der Autor hat sich aus formellen Gründen dazu entschieden zunächst eine Auflistung der von ihm identifizierten Probleme zu geben und dann in einem neuen Abschnitt Lösungsansätze zu präsentieren.
Problem 1:
Podcasts bieten zunächst keinen synchronen Zugang (i.e. Live-Streaming), sondern nur asynchronen Zugang zu Inhalten an.
Problem 2:
Die Größe der Medieninhalte benachteiligt Individuen mit einer weniger ausgebauten Anbieter-Infrastruktur. 3
Problem 3:
Fehlende Entwicklungen im Bereich der sog. Podcatcher und entsprechender Applikationen zum Abspielen der Inhalten (ab hier zusammenfassend: Podcast-Apps) bremsen das Entwicklungpotenzial der Podcasts.
Problem 3a:
Apple vernachlässigt in seinen Produkten die Podcasting-Features. 4
Problem 3b:
Die zunehmende Anzahl von Podcasts, die eine eigene App zum Anhören des Livestreams und zum Hören des eigentlichen Podcasts haben, wird größer. 5
Lösungsansätze
Ein Lösungsansatz zu Problem 1 besteht nicht. Podcasts schließen durch ihren strukturellen und formellen Aufbau synchronen Zugang zu den Inhalten aus (vgl. Prämissen). Allerdings könnte eine Implementierung eines Livestream-Features innerhalb der Podcast-App einen Zugang zu einem Livestream erleichtern. Dies ist sicherlich auch einer der Gründe, warum einzelne Podcasts eine eigene App besitzen.
Problem 2 würde sich zunächst dadurch lösen lassen, dass neue Techniken in den Podcast-Apps implementiert werden (vgl. Problem 3). Welche neuen Techniken kommen hierfür in Frage?
- Strukturelle Veränderungen
- Verbesserung des User-Interfaces
- Verbesserte Sortierung der Podcasts (Recently listened, Favorites etc.)
- Erleichterung der Auswahl von Kapiteln (Neues Symbol für Kapitel etc.)
- Erweiterung des Potenzials der Shownotes (Feature-Erweiterung, um HTML bzw. Markdown; Embedding von Videos etc.)
Mit neuen Entwicklungen sollten gleichzeitig auch die Produktionstools der Podcaster wachsen, denn neue Entwicklungen machen nur Sinn, wenn sie flächendeckend implementiert werden können. Dies erfordert eine Erhöhung der Effizienz und eine Erleichterung im Bezug auf die Produktionsmethoden.